Aktuelles

10.04.2019, 17.00 Uhr - Flaschenpost an die Nachgeborenen – zur historischen Entstehung und aktuellen Interpretation der politischen Märchenopern "Der Kaiser von Atlantis" von Victor Ullmann und "Lanzelot" von Paul Dessau

Sehr geehrte Damen und Herren,

beginnend mit dem Sommersemester 2019 setzen wir unsere erfolgreiche Veranstaltungsreihe Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden fort.

Wir laden Sie sehr herzlich ein zur Lecture Performance von
Seollyeon Konwitschny (Neumarkt), Bettina Bartz (Berlin) und Hans-Georg Wegner (Weimar)
Flaschenpost an die Nachgeborenen – zur historischen Entstehung und aktuellen Interpretation der politischen Märchenopern "Der Kaiser von Atlantis" von Victor Ullmann und "Lanzelot" von Paul Dessau

am 10. April 2019, 17.00 Uhr
im Hörsaal des Instituts für Theaterwissenschaft, Ritterstr. 16, 1. OG, 04109 Leipzig
.

Im Fokus der Präsentation steht die Frage nach der politischen Manifestation und Intervention von Kunst in Zeiten der Verfolgung und unter politisch extremen Herrschaftsverhältnissen. Die Kammeroper „Der Kaiser von Atlantis“ des jüdischen Komponisten Victor Ullmann ist im Ghetto von Theresienstadt entstanden. Die Regisseurin Seollyeon Konwitschny hat das Stück 2018 an der Oper Bonn inszeniert.

Die Oper „Lanzelot“ des Komponisten Paul Dessau – das Libretto stammt von Heiner Müller – wurde 1969 in der DDR aufgeführt. Sie geht auf Stück „Der Drache“ von Jewgeni Schwarz zurück und wirkte als politisch brisante Parabel auf das Verhältnis von Tyrann und Untertanen. Unter der Ägide von Hans-Georg Wegner, Operndirektor am Nationaltheater in Weimar, werden der Regisseur Peter Konwitschny und die Dramaturgin Bettina Bartz die Oper in einer Koproduktion von Weimar und Erfurt 2019/2020 zur Aufführung bringen.

Scheinbar unschuldig als Märchen daherkommend werden die beiden Opern nicht nur als Beispiele für den geistigen Widerstand gegen Diktatoren vorgestellt, sondern auch als eine Herausforderung für heutige Theatermacher untersucht. Die Botschaft an die Nachwelt wirft auch aktuelle Fragen nach Manipulation und Zivilcourage auf, und diese werden theatralisch, also mehrdimensional gestellt.

Bettina Bartz arbeitete als Musiktheaterdramaturgin für Opernhäuser in Graz, Hamburg, Essen, Antwerpen-Gent, Amsterdam, Dresden, Karlsruhe sowie für die Komische Oper Berlin und das Theater an der Wien mit Regisseur*innen wie Peter Konwitschny, Anselm Weber, Antje Kaiser, Horst Kupich, Tatjana Gürbaca, Vera Nemirova, Thomas Kratzer, Tatjana Rese und Jochen Biganzoli zusammen.

Seollyeon Konwitschny studierte Malerei, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft in Seoul und Berlin. 2015 promovierte sie an der Freien Universität Berlin und arbeitet seitdem als freie Regisseurin.

Hans-Georg Wegner leitet nach Stationen als Dramaturg an der Semperoper Dresden und als Künstlerischer Geschäftsführer am Theater Bremen seit 2013 als Operndirektor das Musiktheater am „Deutschen Nationaltheater Weimar“.


Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden statt, einer Veranstaltungsreihe des Centre of Competence for Theatre (CCT) und des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig in Vorbereitung des internationalen wissenschaftlich-künstlerischen Symposiums BRECHT UNTER FREMDEN / BRECHT AMONG STRANGERS im Juni 2019 in Leipzig.
Gestisch leben heißt handeln unter Umständen, die keinen Halt und keine Orientierung bieten. Gestisch leben ist eine Fähigkeit, die für das Zusammenleben unter Fremden dringend benötigt ist. Bertolt Brecht hat sich Zeit seines Lebens mit der Theorie und Praxis der Geste beschäftigt. Er hat Vorschläge gemacht, wie sich in der Gegenwart gestisch leben lässt.
Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden ist eine fortlaufende Reihe von Lecture Performances, die im Wintersemester 2018/19 und im Sommersemester 2019 in der Regel mittwochs von 17.00–19.00 Uhr stattfinden. Damit werden Künstler*innen und Wissenschaftler*innen vorgestellt, die auf dem Symposium mit einem Projekt vertreten sein werden und/oder thematisch Wichtiges dazu beizutragen haben.
Weitere Informationen zur Reihe: https://cct.gko.uni-leipzig.de/forschung/tagungen/gestisch-leben/
Wir freuen uns sehr auf Ihr Kommen!

Mit freundlichem Gruß

Prof. Dr. Günther Heeg    Dr. Micha Braun
Direktor des CCT        wiss. Geschäftsführer
--
Universität Leipzig
Centre of Competence for Theatre (CCT)
Nikolaistraße 6-10 (Strohsackpassage)
04109 Leipzig
Tel +49 341 97-30410
Fax +49 341 97-30409
https://cct.gko.uni-leipzig.de