Drittmittelprojekte

Fremde spielen. Amateurtheater als Medium informeller und non-formaler transkultureller Bildung

Leitung: Prof. Dr. Günther Heeg

gefördert vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Das Forschungsprojekt fokussiert das Amateurtheater als Medium non-formaler und informeller breitenkultureller Bildung. Es stellt die grundsätzliche Frage, wie Amateurtheater in Zeiten von Globalisierung, konstanter Migration, kultureller Hybridisierung und fundamentalistischen Gegenbewegungen gegen (das) Fremde als eine Ressource transkultureller Bildungsarbeit fungieren kann. In enger Kooperation mit dem Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) werden hierin historische Forschungen zum deutschsprachigen Amateurtheater mit zeitgenössischer Modellbildung in der Theaterpraxis der Gegenwart verbunden. Transkulturelle Bildung durch Amateurtheater, so die Hyposthese des Projektes, bringt durch die Wiederholung von Geschichte(n) die historisch tradierten Orientierungsmuster und kulturellen Praktiken ins Spiel und öffnet im „Fremde Spielen“ das Eigene auf das Fremde hin.

 

Emmy Noether-Nachwuchsgruppe

Ritualdesign für die Ballettbühne. Konstruktionen von Volkskultur im europäischen Theatertanz (1650-1760)

Leitung: Dr. Hanna Walsdorf

gefördert von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Die Nachwuchsgruppe "Ritualdesign für die Ballettbühne" befasst sich in ihrer grundlegenden Fragestellung mit der europäischen Theatertanzkultur des 17. und 18. Jahrhunderts, deren politischer Rolle und sozialen Funktion, sowohl innerhalb der jeweiligen Gesellschaft (Eliten- und Volkskultur) als auch in einem europäischen Kontext.

Im Tanz und der zugehörigen Musik, mit speziell kodierten Kostümen, Requisiten und Bühnenbildern wurden auf den Ballettbühnen Europas soziale wie nationale Grenzen markiert (oder in arkadischen Szenen aufgehoben) und transkulturelle Räume geöffnet. Obwohl in den (nicht nur) zwischen 1650 und 1760 aufgeführten Bühnenwerken so offensichtlich gesellschaftliche Aushandlungsprozesse thematisiert wurden, ist dem Ritualgehalt von europäischem Theatertanz in der Forschung bislang nur sehr wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden.

 

Bilder von Bewegung. Ästhetik der Tanzfotografie von 1892–1928

Leitung: Dr. Isa Wortelkamp

gefördert von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Die Tanz- und Theaterwissenschaftlerin Isa Wortelkamp forscht im Rahmen des Heisenberg-Programms der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) am Institut für Theaterwissenschaft in Leipzig zur historischen Tanzfotografie.

Das Projekt widmet sich dem Wechselverhältnis von Bild und Bewegung in der Tanzfotografie der Moderne, das als ein wesentliches Merkmal ihrer Ästhetik gelten kann. Die Faszination für die Darstellung von Bewegung, wie sie sich in der Tanzreform und im Körperkult am Ende des 19. Jahrhunderts zu entfalten beginnt, geht einher mit dem künstlerischen Interesse, diese Bewegtheit neben der bildenden Kunst, der Malerei und der Literatur auch in der Fotografie zum Ausdruck zu bringen. Dabei kommt es zu einer Transformation der transitorischen und ephemeren Qualität des Tanzes in das materielle und fixierende Medium der Fotografie. An die Entwicklungen der Momentfotografie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts anschließend, beginnt sich die Tanzfotografie um 1900 als eigenes Genre zu etablieren, das durch ein komplexes Zusammenspiel choreografischer und fotografischer Prinzipien und der Idee einer wechselseitigen Übertragung von Bild und Bewegung geprägt ist.

Ziel der Forschungsarbeit ist es, ausgehend von umfassenden Materialstudien wie unter anderem im Bestand des Tanzarchivs in Leipzig zu finden, Eigenheiten einer Ästhetik der modernen Tanzfotografie herauszuarbeiten und in eine Theorie zu überführen, die das spannungsreiche Verhältnis von Bild und Bewegung zu beschreiben und zu explizieren vermag.