Visible — Invisible: »Gespensterfelder« oder Vom Wissen kultureller Praktiken

Interdisziplinäre Tagung mit internationalen Teilnehmern und Begegnung zwischen Theorie und Praxis

Interdisziplinäre Tagung mit internationalen Teilnehmern und Begegnung zwischen Theorie und Praxis
21. – 24. 10. 2015
Leitung: Prof. Dr. Gerda Baumbach
In Kooperation mit dem Lindenfels Westflügel e.V.

Das Thema der interdisziplinären Tagung fragt nach dem Verborgenen im Offenkundigen, vor allem im Verhältnis des Schauspielers zum Publikum in Theaterformen der Gegenwart und Geschichte. Leitmotiv ist der aus dem 3. Jahrhundert herrührende Vers »Wer nicht tanzt, erkennt nicht, was sich begibt«. Er verweist nicht nur auf die Möglichkeit leiblichen Erkennens in der Bewegung, sondern auch auf solche Theaterspiele, die uns Seiten von Mensch und Welt ›sehen‹ lassen, welche wir im Alltag nicht sehen können.

Wohnt Theaterspielen ein ›stilles Wissen‹ inne? Handelt es sich um eine Art inbegriffenes Wissen, das wir, auch ohne logische Schlüsse zu ziehen, verstehen und das uns wohltut? Womöglich weil auch wir Menschen des 21. Jahrhunderts durch ein derartiges ›Wissen‹ mit allem, was lebt, und sogar mit der gesamten Materie verbunden sind? Albert Einstein sprach unter dem Eindruck, dass sich, angesichts neuer Entdeckungen der Physiker, die Grenze zwischen der physikalischen Realität und der Welt des Traums verwischen könnte, von »Gespensterfeldern«. Jedenfalls ›geistern‹ durch viele Regionen der Welt kulturelle Praktiken und Theaterspiele, die uns im Umgang mit den Problemen unserer Existenz beistehen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Gerda Baumbach, Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig, ist in enger Zusammenarbeit mit Nachwuchswissenschaftlern und Kollegen aus Mailand, Rom und Turin ein einzigartiges Forschungsfeld (www.theaterstudien.de) entstanden. Daraus und aus der internationalen Vernetzung hervorgegangen, hat die Tagung das Ziel, die aktuelle Forschung im Austausch mit Experten aus anderen Fächern vorzustellen und einem breiten Publikum anschaulich zugänglich zu machen.

Die Tagung umfasst nicht allein Diskussionen von Wissenschaftlern aus sieben Fächern und vier Ländern sowie von Nachwuchswissenschaftlern aus Leipzig und Wien, sondern auch die Begegnung zwischen Theorie und Praxis. International renommierte Künstler – Schauspieler und Figurenspieler aus dem Netzwerk des Figurentheaterzentrums Lindenfels Westflügel – beteiligen sich mit experimentellen Versuchen an der Verständigung über Arten des Wissens.
Kulturelle Selbstvergewisserung im 21. Jahrhundert ist nicht nur ein Schlagwort, sondern angesichts der jüngsten Konflikte in unserer globalen ebenso wie in unserer unmittelbaren Nachbarschaft eine dringliche Aufgabe für uns alle. Wir möchten mit der geplanten Tagung auf eine ernst-heitere, realistisch-phantastische, nämlich Grenzen überschreitende und faszinierende Weise dazu beitragen.

Wir laden alle Interessenten dazu ein, die Tagung zu besuchen und sich in die Diskussionen einzubringen. Die Vorträge, Themen- und Diskussionsforen in der Bibliotheca Albertina können ohne vorherige Anmeldung besucht werden, für die Vorstellungen und Laboratorien im Westflügel Leipzig ist aufgrund begrenzter Platzkapazität eine Voranmeldung empfehlenswert, die über folgenden Link vorgenommen werden kann:
https://docs.google.com/forms/d/11WsW80wLorcPadh359KJ20JhT9afgdOkpK8pCus0NZE/viewform

Weitere Informationen und Aktuelles unter:
https://www.facebook.com/theaterstudien

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