Begegnungen. Orte - Sprechen - Exorzitien

Begegnungen.
Orte – Sprechen – Exorzitien
05. Juli 2011 bis 07. Juli 2011

Ein Projekt des Instituts für Theaterwissenschaft Leipzig in Verbindung mit dem Ariowitsch-Haus Zentrum jüdischer Kultur
 

Jonathan Littells vieldiskutierter Roman Die Wohlgesinnten aus dem Jahr 2006, ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt, verbindet die fiktive Biografie des SS-Obersturmbannführers Dr. Maximilian Aue mit realen Tätern, Schauplätzen und Ereignissen des Zweiten Weltkriegs. Der Roman artikuliert die Vernichtungsbewegung der deutschen akademischen Elite durch Europa aus der Innensicht der Täter in einer moralisch nicht vorbeurteilenden, nicht rechtfertigenden und entschuldigenden Sprache, die die Schutzmauer zwischen ‚uns‘ und den Tätern zerschlägt. 

Was uns durch den Roman trifft, ist ein imaginäres Sprechen, das das Geschehene als unsere eigene gegenwärtige Vergangenheit erfahrbar macht. „Begegnungen. Orte – Sprechen – Exorzitien“ wollte diesem Sprechen nun eine Vielzahl von Stimmen verleihen, die die Gespenster der Vergangenheit beschwören, um ihren Bann in der Gegenwart zu brechen.

Das Ariowitsch-Haus – Zentrum jüdischer Kultur Leipzig – verband und verbindet in diesem Kontext die Geschichte von Tätern und Opfern auf eine exemplarische Weise. An diesem Ort begegneten Studierende der Theaterwissenschaft Leipzig sowie weitere interessierte VorleserInnen dem Roman innerhalb einer dreitägigen szenischen Lesung vom 05. Juli bis zum 07. Juli 2011 in unterschiedlichen Räumlichkeiten des Hauses. Eine Besonderheit dabei war, dass in diesen Räumlichkeiten – der Terrasse, dem Dachboden, dem Ausstellungsraum, dem Saal und der Wendeltreppe – jeweils parallel gelesen wurde, wobei das Publikum die Möglichkeit hatte, sich zwischen den einzelnen Orten und innerhalb der Spielstätten jederzeit frei zu bewegen.

Die Stimmen des Romans wurden dadurch nicht einzig in ihrer Vielzahl hörbar, sie verbanden sich innerhalb des gesamten Hauses und entwickelten letztlich eine hörbare Erfahrbarkeit der Vergangenheit in der Gegenwart.

Denn:
„Ihr Menschenbrüder, lasst mich
euch erzählen, wie es gewesen ist. […] Immerhin betrifft die Geschichte euch: Und ihr werdet schon sehen, wie sehr sie euch betrifft.“

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