Crossroads

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Ich werde durch die Straßen gleiten, als wäre ich nicht wahrzunehmen. Ich werde so gewöhnlich sein, dass mich niemand sieht und wenn sie fragen ‚Hast du etwas gesehen?‘, werden die Leute sagen ‚Wer?‘ oder ‚Was?‘, ‚War dort etwas?‘. Ich werde nicht erkannt werden, nicht weil ich verkleidet bin, sondern weil ich nicht wahrnehmbar, nicht bestimmbar, nichts bin. Mein Gesicht werden die Leute sofort vergessen. Über die Farbe meiner Haare und die Farbe meiner Augen wird man sich nie einigen können. Einige Gesichter in der Geschichte brachen tausend Herzen, doch mein Gesicht wird keines von ihnen sein. Mein Gesicht wird nur eines unter Tausenden sein, eines mehr in der Statistik, nur eine weitere Nummer.

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Ich spür‘ keinen Schmerz,
wenn ich des Messers Schneid berühr‘,
wenn die Klinge wird an mich geführt.
Und ich seh‘, dein Blut das fließt,
und ich weiß, du bist mein Blut,
wenn ich leise eine Träne wein‘ vor Schmerz.

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Ich werde gegangen sein. Selbst wenn ich da war, keiner wird sich danach an mich erinnern. Kein Wort, kein Geruch, nicht mal das Gefühl einer Berührung. Also tatsächlich nichts. Ich werde wie einer sein, der nie da war und ich werde keine Spuren hinterlassen. Nichts verändern, keine Briefe schreiben, keine Herzen brechen, nichts erfinden, kein Teil einer Geschichte sein.

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Bin ich da? Bin ich da und frage was dir schwer wiegt auf deinen Schultern? Oder ignoriere ich die traurigen Töne, weil ich alle Aufmerksamkeit für mein eigenes verletztes Ego beanspruche? Riecht meine die Nase die Pisse und Scheiße, wenn sich die Welt mal wieder über dir ausgeschissen hat? Ist es Mitgefühl, welches ich für dich empfinde oder würde ich nur schadenfroh grinsen, weil ich daran glaube, dass hässliche Erfahrungen eine Chance bieten?

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Ich werde nicht geliebt werden, nicht gefürchtet werden, es wird sich noch nicht mal jemand an mich erinnern. Ich werde keine Spuren hinterlassen. Ich werde wie der Schatten von etwas Vergangenem sein.

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Ich werde gegangen sein. Ich werde verloren gegangen sein. Ich werde verschwunden sein, noch bevor ich geboren wurde. Ich werde mich durch die Stadt bewegen den ganzen Tag oder die ganze Nacht. Sie wird mir gehören. Ich werde Leben. Ich werde Lust empfinden und Schmerz, Freude, Schönheit und Leiden, Intensität und all diese Dinge. Doch niemand wird sie jemals sehen oder wahrnehmen außer mir.

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