Professor Dr. Günther Heeg

Momentaufnahme Theaterwissenschaft. Leipziger Vorlesungen

Herausgegeben von Gerda Baumbach, Veronika Darian, Günther Heeg, Patrick Primavesi und Ingo Rekatzky. Berlin: Theater der Zeit 2014

Der vorliegende Band ist dreierlei: Dokument, Stellungnahme und Positionsbestimmung. Er enthält die Beiträge von namhaften Wissenschaftler/innen der deutschsprachigen theaterwissenschaftlichen Institute zu einer gemeinsamen Ringvorlesung in Leipzig. Der Anlass dafür ist ein zwiespältiger: Das Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig wurde im 20. Jahr seines Bestehens mit massiven Stellenstreichungen konfrontiert. Der Band bietet die Momentaufnahme der Forschungsansätze eines hochproduktiven und grenzüberschreitenden Faches, die in ihrer Unterschiedlichkeit und Korrespondenz von der Zukunftsfähigkeit der Theaterwissenschaft zeugen. Die Beiträge, die die Relevanz der Theaterwissenschaft unterstreichen, verteidigen deren unverzichtbare Vermittlungsfunktion innerhalb der Geisteswissenschaften und darüber hinaus gegenüber neoliberalen Logiken und einer vollständigen Ökonomisierung der Universität. Die Publikation ist ein unübersehbares Signal dieses gemeinsamen Widerstands.

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Reenacting History: Theater & Geschichte

Herausgegeben von Günther Heeg, Micha Braun, Lars Krüger und Helmut Schäfer. Berlin: Theater der Zeit, 2014.

"Reenacting History: Theater & Geschichte" stellt die Frage nach der Erscheinung und Erfahrung der Vergangenheit in vielfältigen Formen des künstlerischen Reenactments und blickt dabei umfassend auf das Verhältnis von Theater und Geschichte. An zeitgenössischen Theaterproduktionen, Stücken sowie populären und künstlerischen Reenactments, an historischen Dramen und Aufführungspraktiken sowei philosophischen Konzepten untersuchen die Autorinnen und Autoren die prekäre Figur des "Dramas der Geschichte", gehen dem Verhältnis von Lebens-Geschichte und Szene nach und analysieren die Aufführung der Geschichte im Horizont eines Theaters der Wiederholung. Sie begreifen Theater als einzigartigen Ort der Aushandlung und Aneignung der Vergangenheit und erkunden "Geschichte in Zukunft" im Medium des Theaters.

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Globalizing Areas, kulturelle Flexionen und die Herausforderung der Geisteswissenschaften

Herausgegeben von Günther Heeg und Markus A. Denzel. Unter Mitwirkung von Jeanne Bindernagel. Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2011

Die Dynamiken der Globalisierung stellen Gesellschaften auf der ganzen Welt vor komplexe Herausforderungen des menschlichen Zusammenlebens. Hybride Lebenswelten, geprägt von inneren Spannungen und Konflikten, scheinen den oft beschriebenen Gefahren soziokultureller Desorientierung, Fundamentalisierung und drohender kriegerischer Zusammenstöße von Kulturen nahezu zwangsläufig zu erliegen. Der Leipziger Forschungsverbund „Globalizing Areas. Kulturelle Flexionen von Zeiten und Räumen“ sucht nach Alternativen zu diesem Modell. In historischen und an der Gegenwart orientierten Untersuchungen arbeitet es an einem Grundlagen- und Lebenswissen im Umgang mit dem Anderen und Fremden. Das Konzept der kulturellen Flexionen ermöglicht es, die Voraussetzungen und Chancen des transkulturellen Zusammenlebens neu wahrzunehmen, zu analysieren und zu überdenken.
Die Beiträge untersuchen Konzepte und Künste des Handelns, mittels derer die Verflechtung von Zeiten und Räumen in globalisierten Welten kreativ angeeignet zum Ausgangspunkt kultureller Neuorientierungen werden kann.

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Theatrographie: Heiner Müllers Theater der Schrift

Herausgegeben von Günther Heeg und Theo Girshausen. Berlin: Verlag Vorwerk 8 2007

Was bleibt, sind »Texte, die auf Geschichte warten« (H. Müller) Der vorliegende Band fokussiert das Werk Heiner Müllers unter dem Blickwinkel der »Praxis der Texte« (Julia Kristewa). Dieser Ansatz trägt dem besonderen Schreibprozess Rechnung, den Müllers Manuskripte verzeichnen: Müller hat, oft über Jahre hinweg, Textpassagen, intertextuelle Bezüge, intermediale Verweise und Kommentare gleichsam wie ein Theaterregisseur in szenisch-graphischen Konstellationen angeordnet, die er immer wieder änderte und neu montierte. Noch bevor sich so von einer fertigen, endgültigen ›Fassung‹ eines Textes, einem ›Stück‹ sprechen ließe, das dann auf dem Theater inszeniert werden könnte, ist Theatralität bereits in den Vorgang seines Schreibens eingewandert und zersetzt dort die Gestalt des literarischen Werks und den darin inkorporierten Glauben an verbürgten dramatischen Sinn. Die Auflösung des Werks in der Performativität des Schreibens und die Verschränkung von Schrift und Theater in Müllers Schreiben, Müllers ›Theater der Schrift‹, fordern neben Editoren, Literatur-, Kultur- und Theaterwissenschaftlern eben auch das Theater selbst: die Regisseure, Dramaturgen und Schauspieler, in besonderer Weise heraus.

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Kinder der Nibelungen / Klaus Heinrich und Heiner Müller im Gespräch mit Peter Kammerer und Wolfgang Storch

Herausgegeben von Günther Heeg und KD Wolff. Frankfurt am Main: Stroemfeld 2007

Die Faszination der Nibelungen. Klaus Heinrich und Heiner Müller im Gespräch mit Wolfgang Storch (September 1987); "Die Nation beerdigen..." - Klaus Heinrich im Gespräch mit Peter Kammerer (November 2002); B.K.Tragelehn: Der letzte Versuch. In memoriam Heiner Müller.

Aus dem Vorwort: Die beiden Gespräche, die Klaus Heinrich mit Heiner Müller und über ihn geführt hat und mit deren Veröffentlichung wir Klaus Heinrich zu seinem 80. Geburtstag gratulieren, handeln von den Nibelungen und der Notwendigkeit, die Nation zu beerdigen - also von Deutschland. Der Blick, der darauf geworfen wird, ist alles andere als germanozentrisch verengt, seine Perspektive ist die Geschichte der Gattung. Das erste Gespräch wurde vor 20 Jahren, das zweite vor fünf Jahren geführt. Die Texte sind zeitgebunden-unzeitgemäß, also an der Zeit. Ihr Fluchtpunkt ist die Gegenwart und das, was kommt.

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Mind the Map! History Is Not Given

Herausgegeben von Günther Heeg, Marina Grzinic und Veronika Darian. Frankfurt am Main: revolver 2006

"Mind the Map! - History Is Not Given" möchte eine Diskussionsplattform zu Kunst- und Kulturproduktionen schaffen, die an den Schnittstellen östlicher und westlicher Kunstrealitäten in Europa angesiedelt ist. Unser Ausgangspunkt ist das "East Art Map" Projekt des slowenischen Künstlerkollektivs IRWIN. Es spürt der Geschichte der Kunstwerke und -prozesse im Territorium des östlichen Europa von den 1920ern bis heute nach. Das Ergebnis ist eine Karte mit Hunderten von Kunstwerken und künstlerischen Beziehungen in Zeit und Raum. IRWINS Impuls wiederum wurde von relations, einem Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes, aufgegriffen: In einer zweiten Phase wurden acht Universitätspartner aus mehreren europäischen Städten zur Zusammenarbeit eingeladen. Sie nähern sich dem Projekt aus drei verschiedenen Perspektiven: der kunsthistorischen Perspektive, der Perspektive der Kultur- und Sozialwissenschaften, die den Diskurs um einen allgemeineren kulturellen, politischen, sozialen und medialen Hintergrund erweitert und einer performativen Perspektive, die Dramaturgie, Performance und kulturelle Interventionen umfasst.

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Stillstand und Bewegung: Intermediale Studien zur Theatralität von Text, Bild und Musik

Herausgegeben von Günther Heeg und Anno Mungen. München: epodium 2004

‹Stillstand› und ‹Bewegung› markieren die Pole, in deren Spannungsfeld die wechselseitige intermediale Anziehung von Text, Bild und Musik immer neue Gestalt annimmt. Als diente die Grenze, die Lessings Laokoon zog zwischen den Künsten, die dem Stillstand unterliegen und jenen, die der Bewegung unterworfen sind, keinem anderen Zweck, als die Attraktivität des jeweils ‹jenseitigen› Mediums zu erhöhen und die Herausforderung ihrer Verbindung und Vereinigung anzunehmen. Was der poetische Text und die Sprache nicht sagen können, davon soll die Musik reden, wovon beide schweigen, davon kann das Bild eine Vorstellung geben. Die intermediale Symbiose der Künste im Gesamtkunstwerk zielt auf Totalität. Die Kehrseite dieses Anspruchs ist die Brechung und Entwertung des Eigensinns der Künste, die Verkennung ihrer Medialität und Theatralität. Beide Begriffe definieren sich über die Beziehung zum Abwesenden. Medialität exponiert die Bestimmung und Grenze jedes Mediums: Mittler! zu sein. Kein Mittler aber kann ganz und gar vergegenwärtigen, was er zu vermitteln trachtet. Vor dem Abgrund des prinzipiell Abwesenden fokussiert Theatralität den hervorgehobenen Vorgang der Vermittlung, die besondere Weise und Konstellation des Erscheinens von Text, Bild und Musik, kurz: die Gegenwärtigkeit der Künste als Medien. Medialität und Theatralität so verstanden wirken der total(itär)en Verschmelzung der Künste im Gesamtkunstwerk entgegen und geben ihnen ihre Eigenständigkeit zurück. Sie vergrößern den Abstand zwischen ihnen und eröffnen einen Zwischenraum, in dem sich neue Möglichkeiten des intermedialen Austauschs von Text, Bild und Musik, von Stillstand und Bewegung abzeichnen.

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Klopfzeichen aus dem Mausoleum: Brechtschulung am Berliner Ensemble

Von Günther Heeg. Herausgegeben von Stefan Schnabel. Berlin: Verlag Vorwerk 8 2000

Festgegossen in Bronze hockt er im Kreidekreis vor dem Berliner Ensemble: Bertolt Brecht, der Jahrhundertautor, ist begraben im ehernen Denkmal seiner selbst. Seit der Intendanz Heiner Müllers machte sich ausgerechnet das vielgescholtene Berliner Ensemble an die Herkulesaufgabe, den Klassiker aus seinem Mausoleum zu befreien und als zeitgenössischen Autor wiederzuentdecken. Anläßlich des 100. Geburtstages Brechts wurde die kritische Auseinandersetzung mit Brecht auf der Bühne des Berliner Ensembles durch die Vortrags- und Diskussionsreihe «Brechtschulung» begleitet.

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Das Phantasma der natürlichen Gestalt. Körper, Sprache und bild im Theater des 18. Jahrhunderts

Von Günther Heeg. Frankfurt am Main: Stroemfeld 2000

„… eine theaterhistorische Untersuchung, die brillant die Debatten um die Theaterreform im 18. Jahrhundert auf neue und neueste Fragestellungen der Theatertheorie bezieht. Sie hat alle Chancen, zu einem vielbedeutenden, vielbenutzten und diskutierten Referenzbuch zum Theater des 18. Jahrhunderts zu werden.“

Hans-Thies Lehmann

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Die Wendung zur Geschichte. Konstitutionsprobleme antifaschistischer Literatur im Exil

Von Günther Heeg. Stuttgart: Metzler 1977

Die Geschichtsauffassung der deutschen Volksfront im Exil der Jahre 1933 bis 1938 ist zum einen Produkt der internationalen Situation im sozialistischen Lager, zum anderen wird sie durch die zur Verfügung stehenden Bündnispartner, in erster Linie die bürgerlichen Intellektuellen und die seit 1933 spekulativ gewordene "ganze Nation" bestimmt. Die exilierten Intellektuellen lenken ihr Augenmerk auf die Geschichte der Freiheitsbewegungen in Deutschland, weil sie mit dem geschichtlich noch nicht Aufgegangenen, dem uneingelöst vernünftigen "Rest" am ehesten ein kulturpolitisches Kampfmittel gegen den Nationalsozialismus in Händen zu halten glauben. Diese Konstellation wird anhand der Reaktion bürgerlicher Antifaschisten wie Heinrich und Klaus Mann auf 1933, anhand der sozialistischen Perspektive bürgerlicher Schriftsteller während des I. Allunionskongresses der Sowjetschriftsteller 1934, der Humanismusdebatte im "Wort" und den kulturpolitischen Forderungen des VII. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale sowie der Brüsseler und Berner Konferenzen der Kommunistischen Partei Deutschlands untersucht. In einer Fülle von Einzelanalysen des literarischen und des theoretischen Verständigungsprozesses zeigt Günther Heeg die Grenzen und die Möglichkeiten des intendierten "Praktischwerdens" der deutschen Exilliteratur.

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Publikationsliste zum Download:

ProfHeegPublikationen_160115.pdf