Müllerkonferenz

- Müller gebrauchen, ohne ihn zu kritisieren, ist Verrat. -

„Theatrographie - Heiner Müllers Theater der Schrift"
Eine wissenschaftlich-künstlerische Konferenz
veranstaltet vom Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig, der Internationalen Heiner Müller-Gesellschaft und dem Schauspiel Leipzig
vom 21.-24.Oktober 2004

Die Prämisse der viertätigen Veranstaltung am Schauspiel Leipzig ist: Keine Gedächtnisfeier zum 75. Geburtstag Heiner Müllers. Müller ist tot, von der Gegenwart überrollt. Sein Werk in Metern vermessen, verehrt, verrissen und vergessen. Was bleibt: „Texte, die auf Geschichte warten".
Müllers Texte sind selbst schon Theater, sein Schreiben „Theatrographie". Wie ein Theaterregisseur ordnet er Textpassagen, intertextuelle Bezüge, intermediale Verweise und Kommentare in szenisch-graphischen Konstellationen an, die er immer wieder ändert und neu montiert. Im Theater/Spiel dieses Schreibens, das erstarrte Weltbilder, Denkstrukturen und Verhaltensmuster aufbricht, zeigt sich die aktuelle politische Wirkung Heiner Müllers. Für Kunst, Wissenschaft und Publikum stellt es deshalb nach wie vor eine politische Herausforderung dar.
Die Konferenz spricht Wissenschaft, Kunst und Theaterpublikum gleichermaßen an. Sie verbindet interdisziplinäre Vorträge aus der Müller-Forschung aus aller Welt mit Theater, Performance, Konzert, Video, Ausstellung, Lesung und Diskussion.

Mit: Marco Albrecht, Gaetano Biccari, Julia Bernhard, Theresia Birkenhauer, Volker Braun, Frank Castorf (angefragt) Laurent Chétouane, Markus Dietz, Heidi Ecks, Wolfgang Engel, Alexander Ernst, Theo Girshausen, Dimiter Gottscheff, Peter Groeger, Durs Grünbein, Ulrike Haß, Günther Heeg, Carl Hegemann, Thomas Heise, Thomas Hertel, Frank Hörnigk, Maren Horn, Jean Jourdheuil, Peter Kammerer, Alexander Karschnia, Alexander Kluge (angefragt), Sebastian Kirsch, Lars Krüger, Lukas Langhoff, Hans-Thies Lehmann, Fabian Lettow, Stefanie Maeck, Milena Massalongo, Nikolaus Müller-Schöll, Rainer Naegele, David Perlbach, Christian Pischel, Patrick Primavesi, Johanna Sandberg, Steffen Schleiermacher, Bettina Schuldtke, Peggy Seppelt, Nora Somaini, Wolfgang Storch, Annette Storr, Petra Stuber, Stephan Suschke, B.K. Tragelehn, Gebhard Ullmann, Florian Vaßen, Jochen Vogt, Karsten Wilhelm, Susanne Winnacker, Peter Witzmann, Martin Zenck, Hannes Zerbe

- Müller gebrauchen, ohne ihn zu kritisieren, ist Verrat. -

Eröffnung der Konferenz durch Herrn Prof. Dr. Günther Heeg, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig.

Grußworte zur Eröffnung der Konferenz durch die Prorektorin für Lehre und Studium der Universität Leipzig, Frau Prof. Dr. Charlotte Schubert.

Begrüßungsworte zur Eröffnung der Konferenz durch den Chefdramaturgen des Schauspiel Leipzig, Herrn Dr. Michael Raab.

Grußworte zur Eröffnung der Konferenz durch Dr. Georg Giradet, Stadt Leipzig

Grußworte zur Eröffnung der Konferenz durch Klaudia Ruschkowski (Internationale Heiner Müller Gesellschaft)

Teilnehmer und Gäste bei der Eröffnung der Konferenz

Frau Dr. Veronika Darian, wissenschaftliche Assistentin am Institut für Theaterwissenschaft, erläutert den weiteren Ablaufplan. Nach der feierlichen Eröffnung der Konferenz gehen alle gemeinsam in die "Neue Szene" zur Premiere von Heiner Müllers "Bildbeschreibung" in der Regie von Thomas Hertel.

Der Schauspieler Marco Albrecht nach der Premiere der "Bildbeschreibung" im Gespräch mit dem Regisseur Thomas Hertel und seiner Frau.

Liz Kohlhaas und die Schauspielerin Heidi Ecks nach der Premiere der "Bildbeschreibung".

Eröffnung der Ausstellung "Die Umsiedlerin oder das Leben auf dem Lande" durch den damaligen Regisseur und Vorsitzenden der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft, B.K. Tragelehn. Die Ausstellung der HOWOGE Berlin mit Fotografien von der Uraufführung entstand aus Anlaß des 75. Geburtstages von Heiner Müller. Kurator: Gerd Eichhorn.

Die gesamte Konferenz (alle wissenschaftlichen Beiträge und Publikumsdiskussionen) wurde mitgeschnitten.

Vorträge Sektion 1: Archiv und Edition:

Rechts: Prof. Dr. Günther Heeg (Moderation)

Mitte: Kristin Schulz (Berlin):
"Gegen den (Pseudo)begriff der Vollendung - Notizen zur Heiner-Müller-Werkausgabe (Suhrkamp)"

Links: Maren Horn (Berlin):
"Großer Drache! Ihr Archivar / Bittet ums Wort. Die Archivierung des Nachlasses Heiner Müllers."

Sektion 2: Theater der Schrift/ Was vom Tragischen übrigbleibt

Links: Kai Bremer (Osnabrück)
"Müllers Intentionen oder: Wie ediert man einen Theatermacher"

Mitte: Prof. Dr. Hans-Thies Lehmann (Frankfurt/Main)
"Was zählt ... bedeutet nichts." Anmerkungen zu Tod, Schrift und Szene bei Müller"

Rechts: Prof. Dr. Günther Heeg (Leipzig)

Rechts:
Prof. Dr. Peter Kammerer (Urbino-Italien) Moderation

Mitte: Prof. Dr. Ulrike Haß (Bochum)
"`Schlaf Traum Schrei` Sprache und Tod bei Müller"

Links: Dr. Peter Staatsmann (Berlin)
"Geschichtsdrama und Selbstanalyse. Thesen zu Heiner Müllers psychodramatischem Theater am Beispiel von `Germania. Stücke` in der Inszenierung von Dimiter Gotscheff"

Rechts:
Prof. Dr. Peter Kammerer (Urbino-Italien)

Links:
Dr. Patrick Primavesi (Frankfurt/Main)
"Aufhebung des Theaters - zur Lesbarkeit von Heiner Müllers `Anatomie Titus Fall of Rome. Ein Shakespearekommentar`"

Nach all den vielen Vorträgen und Diskussionen sowie dem Besuch der Aufführung von "Quartett" ließ man den ereignisreichen Tag mit einem gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen.

Prof. Dr. Theo Girshausen (Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig) im Gespräch mit einigen Studierenden und Doktoranden.

Kolloquium der Doktoranden

Moderation:
Prof. Dr. Theo Girshausen (Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig)

Teilnehmende Doktoranden:
Alexander Ernst (Berlin), Alexander Karschnia (Frankfurt/Main), Sebastian Kirsch (Bochum), Lars Krüger (Mainz), Fabian Lettow (Bochum), Stefanie Maeck (Hamburg), David Perlbach ( Leipzig), Christian Pischel (Berlin), Peggy Seppelt (Leipzig), Michael Wehren (Leipzig), Karsten Wilhelm (Leipzig)

am Samstag, 23. Oktober 2004 im Deutschen Literaturinstitut in Leipzig

Rechts:
Nikolaus Müller-Schöll (Bochum)

Mitte:
Milena Massalongo (Verona)
"Heiner Müllers Sprache. Was vom Tragischen übrig bleibt."

Links:
Prof. Dr. Peter Kammerer (Urbino)
"Die Wunde und das Mitleid. Zu Heiner Müllers `Philoktet`."

Sektion 3: Bild - Raum - Beschreibung / Theater als (Inter)Medium

Links
:
Dr. Wolfgang Storch (Volterra)
"Sehen heißt die Bilder töten"

Mitte:
Prof. Dr. Rainer Naegele (Baltimore)
"Theater als Bild- und Leibraum"

Rechts:
Nikolaus Müller-Schöll (Bochum)

Links:
Prof. Dr. Martin Zenck (Bamberg)
"Intermedialität und Intertextualität in Heiner Müllers und Wolfgang Rihms `Ödipus Tyrann`. Zu einem `Theater der Schrift` innerhalb eines `theatrum philosophicum`".

Mitte:
Prof. Dr. Günther Heeg (Leipzig)
"Gespenstermaskerade Fin de Partie Mit-Teilung"

Rechts:
Prof. Dr. Ulrike Haß (Bochum) - Moderation

Sektion 4: Politik des Theaters

Mitte:
Dr. Thomas Irmer (Berlin)
"Heiner Müllers Amerika - vom Kapitalismus mit Rändern zum dritten Rom"

Links:
Dr. Gaetano Biccari (L`Aquila)
"Heiner Müller Fernsehinterviews. Performance - Oralität - Biographie."

Nikolaus Müller-Schöll (Bochum)

"Zerreißprobe: Kollektiv (der Buchstaben, Worte, Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine, Maschinen)"

Lange Nacht der Regisseure

Samstag, 23.10.2004, kurz vor 20.00 Uhr. Die "Neue Szene" ist brechend voll bis auf den letzten Platz besetzt. Wer etwas später da ist, bekommt nur noch einen Platz auf dem Fußboden oder einen Stehplatz am Eingang. Der Intendant des Schauspiel Leipzig, Herr Wolfgang Engel, steht auf und bittet die an der Tür Wartenden, trotzdem herein zu kommen und Platz zu nehmen, wenn auch nur noch auf dem Fußboden. Sitzkissen werden gereicht und alle rückten noch enger zusammen.

1. Runde der "Langen Nacht der Regisseure"
von links nach rechts:
Wolfgang Engel, Dr. Thomas Irmer, B.K. Tragelehn

2. Runde der "Langen Nacht der Regisseure"

von links nach rechts:
Nora Somaini, Nikolaus Müller-Schöll, Laurent Chetouane

Letzte Runde
der "Langen Nacht der Regisseure"

von rechts nach links:
Dimiter Gotscheff (Hamburg)
Stephan Suschke (Berlin)
Dr. Thomas Irmer (Berlin)
Dr. Wolfgang Storch (Volterra)
Lukas Langhoff (Magdeburg)
Thomas Hertel (Leipzig)
Ulrich Hüni (Leipzig)

rechts:
Dimiter Gotscheff (Hamburg)

links:
Stephan Suschke (Berlin)

Lukas Langhoff

Der Leipziger Regisseur Thomas Hertel.

Der Bankrott des Großen Sargverkäufers

Text-Musik-Projekt von Hannes Zerbe

mit: Jochen Vogt (Tenor), Peter Groeger (Sprecher), Gebhard Ullmann (Saxophon, Baßklarinette, Stimme), Hannes Zerbe (Tasteninstrumente, Stimme)

rechts:
Prof. Dr. Florian Vaßen (Hannover)
"Der unglückliche Glücksgott"

Mitte:
Prof. Dr. Petra Stuber (Leipzig)
"Müllers Gedächtnis"

links:
Prof. Dr. Hans-Thies Lehmann (Frankfurt/Main)

Es gab viele Pressemitteilungen, Fernsehinterviews und Radioauftritte zur Konferenz.

Hier eine Pinwand vor dem Eingang zum Schauspielhaus, auf der das Programm zum Besuch der Konferenz einlädt.