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23.1.2019 Gestisch leben - UTOPIE LIGHT

Wir laden herzlich ein zur vierten Veranstaltung in unserer Reise Gestisch leben - preparing Brecht unter Fremden

Dr. Gesa Foken (HGB Leipzig)
UTOPIE LIGHT. ZU OFFENHEITSDIALEKTIK SOWIE DEM RAUSCHEN IN KUNST UND GESELLSCHAFT

am 23. Januar 2019, 17 Uhr
im Hörsaal des Instituts für Theaterwissenschaft, Ritterstr. 16, 1. OG, 04109 Leipzig.

Ausgehend von eigenen künstlerischen Erfahrungen überprüft die Künstlerin und Philosophin Gesa Foken die ästhetischen und sozialen Hoffnungen, die in das Motto „Hauptsache offen“ gelegt werden. Angesichts von Gegenwartszeichungen hat sie festgestellt, dass ausgerechnet jene Arbeiten, die programmatisch eine besondere Öffnung anstreben, zu Monotonie und formaler wie inhaltlicher Leere neigen. Hier konzentriert sie sich auf die zwei Standardtheorien idealisierter Offenheit. Sowohl Umberto Ecos Opera aperta, welche sich auch auf das Theater bezieht, als auch Karl R. Poppers Gesellschaftstheorie Die offene Gesellschaft und ihre Feinde sehen orientiert an der physikalischen Erkenntnis grundsätzlicher Unbestimmtheit in verabsolutierter Offenheit das ästhetische bzw. politische Zukunftsmodell. Der Vortrag ist von der Frage getragen, ob programmatische Offenheitskonzepte tatsächlich Offenheit und somit utopisches Potential versprechen.

Dr. Gesa Foken, geboren in Potsdam, lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Leipzig. Nach ihrem Studium und Meisterschülerstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) und verschiedenen Kunsthochschulen in Frankreich promovierte sie sich 2016 mit einer Arbeit über den Offenheitszwang in der bildenden Kunst. Seit 2014 ist sie als Lehrbeauftragte an diversen Universitäten und Hochschulen tätig. Im April 2019 organisiert sie ein Symposium in der Bibliotheca Albertina, der Hochschule für Musik und Theater sowie dem Deutschem Literaturinstitut zum Thema Offenheit als Programm. Gründe und Abgründe in Bildender Kunst, Musik, Theater, Literatur, Film.

Weitere Informationen und Arbeiten von Gesa Foken finden Sie auf ihrer Webseite: foken-gesa.de/

 

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden statt, einer Veranstaltungsreihe des Centre of Competence for Theatre (CCT) und des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig in Vorbereitung des internationalen wissenschaftlich-künstlerischen Symposiums BRECHT UNTER FREMDEN / BRECHT AMONG STRANGERS, das vom 19.–23. Juni 2019 in Leipzig.

Gestisch leben heißt handeln unter Umständen, die keinen Halt und keine Orientierung bieten. Gestisch leben ist eine Fähigkeit, die für das Zusammenleben unter Fremden dringend benötigt ist. Bertolt Brecht hat sich Zeit seines Lebens mit der Theorie und Praxis der Geste beschäftigt. Er hat Vorschläge gemacht, wie sich in der Gegenwart gestisch leben lässt.

Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden ist eine fortlaufende Reihe von Lecture Performances, die im Wintersemester 2018/19 und im Sommersemester 2019 in der Regel mittwochs von 17–19 Uhr stattfinden. Damit werden Künstler*innen und Wissenschaftler*innen vorgestellt, die auf dem Symposium mit einem Projekt vertreten sein werden und/oder thematisch Wichtiges dazu beizutragen haben.

Weitere Informationen zur Reihe unter https://cct.gko.uni-leipzig.de/forschung/tagungen/gestisch-leben/