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9.1.2019 Gestisch leben - Thomas Goerge, Lionel Somé, Michael von zur Mühlen (Halle)

Wir laden Sie sehr herzlich ein zur dritten Veranstaltung unserer Reihe Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden:

Thomas Goerge, Lionel Somé, Michael von zur Mühlen (Halle)

Afrikanisierung der Oper – Dekolonisierung des Geistes
am 9. Januar 2019, 17 Uhr
im Hörsaal des Institut für Theaterwissenschaft, Ritterstr. 16, 1. OG, 04109 Leipzig

Die Grand opéra, die französische Große Oper, zählt mit ihren auf Überwältigung abzielenden opulenten musikalischen und szenischen Mitteln zum Spektakulärsten, was die Operngeschichte hervorgebracht hat und kann als ein Vorläufer des Blockbuster-Kinos gesehen werden. Mit der Neuinszenierung der Africaine von Giacomo Meyerbeer widmet sich die Oper Halle dem wohl wichtigsten Vertreter der Grand opéra – einem Komponisten-Superstar seiner Zeit.

Das europäisch-afrikanische Inszenierungsteam um Thomas Goerge, Lionel Somé und Daniel Angermayr unterzieht seit September 2018 in der Raumbühne BABYLON die „europäische“ Africaine in vier eigenständigen Versionen einem szenisch-musikalischen Übermalungsprozess. Die Regisseure der Produktion sowie der Chefdramaturg der Oper Halle, Michael von zur Mühlen, stellen uns in ihrer Lecture ihren Arbeitsprozess sowie die inhaltlichen Herangehensweisen an Meyerbeers letztes, erst kurz nach dem Tod des Komponisten uraufgeführtes, Werk vor. Ausgehend von einer ersten Inszenierung der Africaine im September 2018, die die historischen Aufführungen des 19. Jahrhunderts zitierte, entstehen zu jedem neuen Raumbühnenblock im Januar und März 2019 neue Versionen und Fortschreibungen an dessen Ende, im Juni 2019, eine „afrikanisierte“ Africaine stehen wird.

Weitere Informationen und Fotos zur Oper finden Sie auf der Webseite der Oper Halle.

 

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden statt, einer Veranstaltungsreihe des Centre of Competence for Theatre (CCT) und des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig in Vorbereitung des internationalen wissenschaftlich-künstlerischen Symposiums BRECHT UNTER FREMDEN / BRECHT AMONG STRANGERS im Juni 2019 in Leipzig.

Gestisch leben heißt handeln unter Umständen, die keinen Halt und keine Orientierung bieten. Gestisch leben ist eine Fähigkeit, die für das Zusammenleben unter Fremden dringend benötigt ist. Bertolt Brecht hat sich Zeit seines Lebens mit der Theorie und Praxis der Geste beschäftigt. Er hat Vorschläge gemacht, wie sich in der Gegenwart gestisch leben lässt.

Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden ist eine fortlaufende Reihe von Lecture Performances, die im Wintersemester 2018/19 und im Sommersemester 2019 in der Regel mittwochs von 17.00–19.00 Uhr stattfinden. Damit werden Künstler*innen und Wissenschaftler*innen vorgestellt, die auf dem Symposium mit einem Projekt vertreten sein werden und/oder thematisch Wichtiges dazu beizutragen haben.

Weitere Informationen: https://cct.gko.uni-leipzig.de/forschung/tagungen/gestisch-leben/