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12.12.2018 Diederik Peeters (SPIN Brüssel) Lecture und Gespräch mit Thomas Frank (Residenz des Schauspiel Leipzig): Besessene Maschinen

Wir laden Sie sehr herzlich ein zur zweiten Veranstaltung unserer Reihe Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden:

Diederik Peeters (SPIN Brüssel)
Lecture und Gespräch mit Thomas Frank (Residenz des Schauspiel Leipzig):

Besessene Maschinen

am 12. Dezember 2018, 13 Uhr s.t.
im Hörsaal des Institut für Theaterwissenschaft, Ritterstr. 16, 1. OG, 04109 Leipzig

Mit der technischen Errungenschaft des 19. Jahrhunderts, Stimmen ohne Körper erklingen zu lassen, erfuhren die Phantasien von der Existenz von Geistern eine neue Dimension. Auf der Suche nach dem vermeintlichen Zusammenhang zwischen der körperlosen Stimme, dem Tod und dem Leben nach dem Tod erforscht der belgische Performancekünstler Diederik Peeters Vergangenheit und Zukunft. Dabei taucht er tief ins 19. Jahrhundert ein und erkundet die damaligen Phantasien und Mysterien um populäre Erfindungen wie den Phonographen. Zugleich katapultiert er sich ans Ende des 21. Jahrhunderts, um herauszufinden, welche technologischen Entwicklungen zukünftig benutzt werden könnten, um Tote zum Leben zu erwecken und Gespenstern und Geistern Zugang zu Körpern zu gewähren. Navigierend zwischen Geschichte und Science-Fiction, zwischen Skeptizismus und Zuversicht, ist Peeters in dem zweijährigen Recherche- und Produktionsprojekt „Apparitions“ auf einer Geisterjagd, bei der sich Wissenschaft mit Magie und Technologie mit Horror verbindet.

Die Lecture des belgischen Performancekünstlers Diederik Peeters und das anschließende Gespräch mit Thomas Frank geben Einblicke in das Projekt, das Ende Juni 2019 an der Residenz des Schauspiel Leipzig gezeigt wird.

 

SPIN Brüssel ist eine von den Künstler*innen Hans Bryssinck, Diederik Peeters, Kate McIntosh und Laura Deschepper betriebene Produktions- und Forschungsplattform. Als Spielplatz für Verbindun­gen und Kollaborationen von Einzelkünstler*innen mit diversen Organisationen, Institutionen und Publikumsgruppen versucht es, die projekt-basierte Realität freier Kunstproduktion zu überschreiten und Langzeitperspektiven für künstlerische Praktiken zu entwickeln. www.spinspin.be

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden statt, einer Veranstaltungsreihe des Centre of Competence for Theatre (CCT) und des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig in Vorbereitung des internationalen wissenschaftlich-künstlerischen Symposiums BRECHT UNTER FREMDEN / BRECHT AMONG STRANGERS im Juni 2019 in Leipzig.

 

Gestisch leben heißt handeln unter Umständen, die keinen Halt und keine Orientierung bieten. Gestisch leben ist eine Fähigkeit, die für das Zusammenleben unter Fremden dringend benötigt ist. Bertolt Brecht hat sich Zeit seines Lebens mit der Theorie und Praxis der Geste beschäftigt. Er hat Vorschläge gemacht, wie sich in der Gegenwart gestisch leben lässt.

 

Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden ist eine fortlaufende Reihe von Lecture Performances, die im Wintersemester 2018/19 und im Sommersemester 2019 in der Regel mittwochs von 17.00–19.00 Uhr stattfinden. Damit werden Künstler*innen und Wissenschaftler*innen vorgestellt, die auf dem Symposium mit einem Projekt vertreten sein werden und/oder thematisch Wichtiges dazu beizutragen haben.

 

Weitere Informationen: https://cct.gko.uni-leipzig.de/forschung/tagungen/gestisch-leben/