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24.04.18 Eröffnung vorbereitendes Seminar zur Brecht Gastprofessur

Prof. Dr. Günther Heeg, Helena Wölfl, M.A.

Vorbereitendes Seminar zur Bertolt Brecht Gastprofessur des japanischen Regisseurs und Theaterleiters Motoi Miura (CHITEN) im SS 2018

Im Sommersemester 2018 geht die Bertolt Brecht Gastprofessur des Centre of Competence for Theatre an der Universität Leipzig – unter dem Vorbehalt seiner Ernennung durch die Rektorin – an den japanischen Theaterregisseur Motoi Miura. Motoi Miura ist einer der bedeutendsten Regisseure des japanischen Gegenwartstheaters mit internationaler Wirkung und Ausstrahlung. Er leitet seit 2001 die japanische Theatergruppe CHITEN („Ort“, „Platz“) in Kyoto und ist mit ihr in Gastspielen u.a. in Moskau, St. Petersburg, London, Frankreich und Deutschland hervorgetreten. Aufsehen erregte seine Inszenierung von Elfriede Jelineks „Kein Licht“ auf dem wichtigsten japanischen Theaterfestival, Festival/Tokyo, 2012. Motoi Miura und CHITEN
haben einen eigenen Stil entwickelt, der die Grundzüge des japanischen Puppenspiels Bunraku und Brechts Theorem  der Trennung der Elemente äußerst gewinnbringend verbindet: Eine eigenständige, hochmusikalisierte Stimmführung und ein  ebenso eigenständiges Gestenrepertoire, jeweils differenziert und nuanciert den unterschiedlichen Stücken und Räumen der Inszenierung angepasst.

Miura und CHITEN beziehen sich implizit und explizit auf Brecht: Mit FATZER (2013) hatten sie zwei Gastspiele in Leipzig und bei den Fatzer-Tagen in Mülheim. Im Juni 2019 wird Motoi Miura mit CHITEN im Rahmen des 16. Symposium der International Brecht Society mit dem Titel „Brecht unter Fremden“ in Leipzig zu Gast sein und die Produktion Brechtseller zeigen. Im Rahmen der Bertolt Brecht Gastprofessur im Sommersemester 2018 wird Motoi Miura mit den Studierenden des Instituts für Theaterwissenschaft szenisch zu Die drei Schwestern von Anton Tschechow arbeiten.

Die Gastprofessur von Motoi Miura wird durch ein einführendes Seminar zur Person und Arbeitsweise des Regisseurs, einen Überblick über das traditionelle und zeitgenössische japanische Theater und eine hinführende Befassung mit Tschechows Die drei Schwestern vorbereitet werden. Die Seminarsitzung am 29. Mai wird von der japanischen Theaterwissenschaftlerin Dr. Mariko Harigai begleitet.

Termine:

24.4. 15-17 Uhr Eröffnung
15.5. 15-17 Uhr eine Sitzung zu Tschechow, Die drei Schwestern
22.5. 15-17 Uhr Videotermin
29.5. 15-17 Uhr eine Sitzung zu den Arbeitsweisen von Motoi Miura zusammen mit Mariko Harigai.