"Tragödie - Stimme - Sprechen" - Texte über Zorn

Studierende der Theaterwissenschaft der Universität Leipzig beenden ihr Szenisches Projekt mit einer Lektüre von Elfriede Jelineks Theatertext "Bambiland" - ein Monolog, geschrieben 2003, über den dritten Golfkrieg und seine Medien, George "Jesus" Bush, Öl, Technologiewahn - und Auszügen aus "die Perser", ältester vollständig erhaltener Theatertext unserer Kultur, geschrieben 472 v. Chr. von Aischylos, Tragödiendichter und Kämpfer gegen die an-greifende persische Großmacht in der Schlacht auf Salamis (480 v. Chr.), bei der die zahlenmässig unterlegenen Griechen die persische Großmacht durch Kriegslist bezwingen. Aischylos schreibt eine Totenklage aus der Perspektive des besiegten Feindes - Zeugnis humanistischer Größe oder imperiale Geste der Selbstdefinition durch Projektion der Klage, Eingedenken der Opfer, auf den anderen, den Feind? Diese Texte begegnen der hybriden Architektur des Völkerschlachtdenkmals - vielleicht entsteht ein Untersuchungsraum, ein geteilter Lektüreraum für Studierende und Besucher des Denkmals: über Erinnern, Klage und ihre "Auslöschung in den Bildern" (nach Heiner Müller).

Termin: 6.7.2008
Ort: Völkerschlachtdenkmal Leipzig
Uhrzeit: 16 Uhr